Bocconotto di Castel Frentano
Der „Bocconotto castellino“ ist ein Gebäck auf Basis von Schokolade, Mandeln und Eiern – eine Köstlichkeit, die als kleines Meisterwerk der abruzzesischen Backkunst gilt. Der originale Bocconotto, den man in vielen Konditoreien probieren kann, sieht für die Füllung erstklassige Mandeln vor, geröstet und gehackt, ungesüßten Kakao, Zucker, Zitrone, Zimt und vor allem mosto cotto (eingekochten Traubenmost) – so viel, bis eine Masse mit der Konsistenz von Marmelade entsteht.
Der Legende nach äußerte ein abruzzesischer Adliger gegenüber seiner Hausangestellten den Wunsch nach einem Dessert, das man mit einem einzigen Bissen essen könne – daher der Name. Andere Quellen erzählen, dass die Frauen von Castel Frentano beim Vorbeizug des königlichen Gefolges von König Umberto I. die Bocconotti als Hommage an den feinen Gaumen des Hofes kreierten. Das Gebäck ist in verschiedenen Teilen der Abruzzen mit unterschiedlichen Varianten verbreitet, doch das typische Produktionsgebiet ist die Gemeinde Castel Frentano.
Die Entstehung dieses traditionellen Gebäcks wird auf die Zeit zwischen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts datiert, im Zusammenhang mit der Einführung von Kakao in Europa, der zunächst vor allem den Adelsfamilien vorbehalten war. Erst im 20. Jahrhundert wurde der Bocconotto populärer.
Jede Familie hat ihre eigene Tradition und das „Originalrezept“, das sie für das echte hält. Und natürlich sind die besten Bocconotti die hausgemachten – von erfahrenen Händen, die sie noch heute nach dem überlieferten Rezept von Generation zu Generation zubereiten.




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