Festtagsgebäck der Abruzzen

Dem Parrozzo kann man kaum widerstehen – genauso wenig wie den Caggionetti und den Bocconotti. Und dann ist da noch der zarte Schoko-Nougat (torrone tenero al cioccolato) – eine geniale Idee von Ulisse Nurzia, für die man ihm ewig dankbar sein könnte. Das sind die typischen abruzzesischen Süßigkeiten für Festtage und sie dürfen in der Weihnachtszeit einfach nicht fehlen. Sie verströmen unwiderstehliche Düfte und sind geschmacklich eine echte Köstlichkeit. Mandeln fehlen dabei fast nie und werden je nach Rezept von Zutaten und Aromen begleitet, die sich auf wunderbar harmonische Weise verbinden.

Über den weichen Schoko-Torrone muss man nicht viele Worte verlieren: Er ist längst in Italien und im Ausland bekannt und geschätzt. Der Torrone der Sorelle Nurzia aus L’Aquila wird bis heute mit Zutaten höchster Qualität hergestellt – nach einem Rezept, das seit 1835, dem Jahr, in dem die Produktion begann, geheim geblieben ist.

Der Parrozzo wurde um 1926 vom Pescareser Konditor Luigi D’Amico erfunden, und Gabriele D’Annunzio pries ihn, indem er ihn „das Süßeste von allem Süßen“ nannte. Die Idee entstand aus dem „pane rozzo“, einem kugelförmigen Bauernbrot, das in den Abruzzen traditionell aus Maismehl gebacken wurde. D’Amico schuf eine süße Version: Er behielt die Form, verwendete aber einen Teig aus Mandeln, Hartweizengrieß und Zucker, dazu Aurum (ein Likör aus Pescara), Zitrusschale für das Aroma – und überzog alles mit einer Glasur aus dunkler Schokolade, um die dunkle Farbe des im Holzofen gebackenen Brotes nachzuahmen.

Ein weiteres typisches Gebäck sind die Bocconotti: Mürbeteigküchlein, gefüllt mit gehackten Mandeln, Schokolade und Zimt. Man erzählt, dass Ende des 18. Jahrhunderts in Castel Frentano eine Hausangestellte für ihren Herrn – der neugierig auf die „Neuerungen aus Übersee“ war – ein neues Dessert zubereitete: Mürbeteig in Form eines kleinen Täßchens, gefüllt mit Schokolade. Als der Herr nach dem Namen fragte, sagte sie überrumpelt „bocconotto“, weil man es „mit einem Bissen“ essen konnte. Heute gibt es verschiedene Varianten, doch der Bocconotto di Castel Frentano ist eine von der Region Abruzzen anerkannte Spezialität.

Unverzichtbar auf dem Weihnachtstisch sind schließlich die Caggionetti: eine Art frittierte Teigtasche, deren Füllung stark variiert. Mandeln und Schokolade sind fast immer dabei, dazu – je nach Ort oder Fantasie des Konditors – Kichererbsen, Traubenmarmelade, Orangenschale, Zitronat, Zimt, Most, Äpfel oder Rum. Kurz gesagt: ein Gebäck mit aufwendiger Zubereitung und einem reichen, verführerischen Geschmack.

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