Il Palio delle botti

Der Überlieferung nach pflegten die Einwohner von Corropoli im 16. Jahrhundert am Pfingstmontag, den Mönchen der celestinischen Abtei Fässer voller Wein zu schenken. Es war eine echte Pilgerfahrt: ein langer Zug, der aus den Contrade startete, begleitet vom Klang der Glocken. Die Einwohner trugen traditionelle Kleidung, gingen hinter ihren Bannern her, und auf den Wagen wurden zur Abtei Weinfässer, Öl-Fässer und allerlei Köstlichkeiten gebracht. Zu diesem Fest fand auf der Wiese vor der celestinischen Abtei der „Ludo de le Botti“ statt – eine Tradition, die sich ungefähr bis 1800 fortsetzte.

1983 wurde diese Tradition wiederbelebt und seitdem nicht mehr unterbrochen, auch wenn sie heute im Juli organisiert wird. Das Zeremoniell bleibt erhalten: die mittelalterliche Kulisse und die Beteiligung des ganzen Dorfes Corropoli, das sich für diesen Anlass in eine einzige große Bühne verwandelt.

Im Unterschied zu vielen historischen Nachstellungen, die ritterliche Turniere – also Bräuche der Adeligen – nachstellen, ist das „de le Botti“ ein Volkswettbewerb, bei dem Körperkraft, Ausdauer und Entschlossenheit belohnt werden. Die Teilnehmer – vier „Schieber“ pro Contrada – müssen 70 kg schwere Fässer über eine Strecke schieben, die in zwei Abschnitte unterteilt ist.

Der Palio-Verein wird nicht nur zu historischen Spielen und Nachstellungen auf nationaler Ebene eingeladen, sondern ist auch Mitglied der Associazione Nazionale Palio delle Botti – Città del Vino und hat bei nationalen Wettbewerben wichtige Siege errungen.

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