Lu Ciancialone
Die Feier zu Ehren des Schutzpatrons San Leone hat alte Wurzeln und ist mit einer Episode aus dem 14. Jahrhundert verbunden – zur Zeit der türkischen Überfälle an der Adriaküste.
Der Überlieferung nach waren die Türken im Hafen von Cerrano gelandet, hatten den Küstenort geplündert und zogen in Richtung Silvi, das dasselbe Schicksal erwartete. Die verängstigte Bevölkerung bereitete sich darauf vor, ihre Häuser zu verteidigen, als ein junger Mann namens Leone mit einer Fackel in der Hand vom Hügel zum Meer hinabstieg und den Angreifern entgegen ging. Je weiter er ging, desto stärker wurde das Licht der Fackel – so sehr, dass die Türken glaubten, von einem Heer angegriffen zu werden, und voller Angst die Flucht ergriffen. So wurde Silvi gerettet.
Zum Gedenken an dieses „wundersame“ Ereignis findet jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai in Silvi die Veranstaltung „Lu Ciancialone“ statt. In den Tagen davor setzt sich das ganze Dorf in Bewegung, um eine große Menge Schilfrohr zu sammeln, das am Festtag auf den Platz vor der Kirche San Salvatore gebracht wird. Dort werden die Rohre zusammengefügt, bis ein hoher Turm entsteht – ein „Rohr“, das bis zu 10 Meter hoch werden kann. Mit Seilen wird er aufgerichtet und mit gespannten Halteseilen stabil gehalten.
Dann klettert ein junger Mann bis ganz nach oben und entzündet den Ciancialone. Rund um das riesige Feuer singen und tanzen die Menschen, bis nur noch Asche übrig bleibt.




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