Eine einzigartige Landschaft zum Erleben und Entdecken: Campo Imperatore, das „kleine Tibet“ Italiens

„Auf der Hochebene zu sein, ist wie auf einem anderen Planeten zu spazieren“, schreibt der Fotograf Lorenzo Costumato, „und man hat das Gefühl, Pionier auf Entdeckungsreise in ein unerforschtes Gebiet zu sein. Farblich ist Campo Imperatore wie die Palette eines impressionistischen Malers. Einem Fotografen bleibt nichts anderes, als sich den warmen Farbabstufungen hinzugeben, die vom Sonnenlicht noch betont werden.“

Der Alpinist Fosco Maraini nannte dieses weite Hochplateau, das von einigen der eindrucksvollsten Berge des Apennins eingerahmt wird, „Piccolo Tibet“. Es erstreckt sich über etwa 75 Quadratkilometer und liegt auf einer Höhe von 1.460 m (Val Voltigno) bis 2.138 m (Wetterstation).

Der besondere Reiz dieses Ortes liegt in der Weite der Räume: Da die Vegetation ausschließlich aus Gräsern besteht, gibt es keine Hindernisse für den Blick, der frei bis zum Horizont schweift. Die endlosen Weiden, auf die die Hirten im Sommer seit jeher Schafherden sowie Rinder- und Pferdeherden treiben, werden nach der Schneeschmelze besonders schön, wenn die Krokusse die ganze Hochebene färben. Hier kreisen Adler, Falken, Alpendohlen und während der Zugzeit zahlreiche Singvogelarten.

Im südlichen Teil befinden sich etwa zehn kleine, kreisförmige und flache Seen, deren Ursprung nicht vollständig geklärt ist: Nach einigen Theorien sind sie meteoritischen Ursprungs, nach anderen meteorischen – wieder andere führen sie auf menschliche Eingriffe zurück.

Campo Imperatore ist in der warmen Jahreszeit ein wunderbares Ausflugsziel, aber auch ein bekannter Wintersportort: mit 15 km Pisten für alpinen Skilauf, 60 km Loipen für nordischen Skilauf, Möglichkeiten für Skitouren sowie einem Snowpark für Snowboarder mit Halfpipe- und Boardercross-Strecken und einer Runde für Langlauf.

Campo Imperatore bietet nicht nur naturkundliche Highlights: Auf 2.135 m Höhe liegt der Alpine Botanische Garten, der dem Anbau und der Erforschung der Hochgebirgsflora gewidmet ist. Auf 2.145 m befindet sich das Astronomische Observatorium mit einem Teleskop von über einem Meter Durchmesser, betrieben von der römischen Sektion des Istituto Nazionale di Astrofisica. Außerdem ist der Ort bekannt dafür, dass er 1943 Mussolinis letzte Haftstätte war.

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