Die „bemalten Dörfer“ der Abruzzen
Schon wenige Kilometer von der Küste entfernt entdeckt man wahre Schätze: kleine Dörfer mit alter Architektur, eingebettet in eine Landschaft von großer Schönheit, die Besucher mit einem unerwarteten Schauspiel aus Gassen und Mauern überraschen – geschmückt mit farbenfrohen Fresken und Wandgemälden.
Meist sind es Motive, die mit der Kultur des Ortes verbunden sind: Bilder, die alte Handwerksberufe, Kinderspiele oder Szenen des Dorflebens festhalten. So „fließt“ an den Hauswänden die Geschichte einer langsam verschwindenden Welt entlang – eine liebevolle Erinnerung an Bräuche und Figuren, ein visuelles Gedächtnis, das den Besucher begleitet, während er durch Gassen schlendert und kleine Plätze überquert.
Diese Werke entstehen dank Künstlerinnen und Künstlern, die sich in den Dörfern in unterschiedlichen Abständen treffen und bei jedem Termin neue Fresken hinzufügen.
So gibt es zum Beispiel Casoli di Atri in der Provinz Teramo: Seit 1996 beginnen hier verschiedene Künstler, die Mauern zu bemalen und Werke zu schaffen, die sich perfekt in das Umfeld einfügen, in dem sie entstehen.
In Azzinano di Tossiccia findet man an nahezu jedem Haus ein Gemälde, und die kleine Altstadt ist mit Murales im Naïf-Stil bedeckt, die dem Thema „Die Spiele der Kindheit“ gewidmet sind.
In der Provinz Pescara sollte man unbedingt Cepagatti erwähnen, wo fast alle Häuser von der Malerin Mira Cancelli Falasca – auch mit Hilfe ihrer Schülerinnen und Schüler – mit Fresken gestaltet wurden.
Seit 2000 haben zudem einige lokale Künstler begonnen, die Mauern von Treglio, einem mittelalterlichen Dorf in der Provinz Chieti, zu dekorieren – und damit den Besuch eines ohnehin geschichtsträchtigen Ortes noch spannender gemacht, der stimmungsvolle Kunstwinkel offenbart.
Und schließlich Castel del Monte, wo sich Fresken mit Mosaiken verbinden, um an den Mauern Traditionen des Alltags und Geschichten voller Magie zu erzählen.




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