Die „Tavola dei Briganti“ – eine Geschichte, die man auf einer einfachen und atemberaubenden Wanderung neu entdecken kann

Auf der Majella, zwischen eindrucksvollen Landschaften und einzigartigen Naturräumen, befindet sich die „Tavola dei Briganti“: eine Gruppe von Kalksteinplatten, in die Briganten und Hirten Namen und Botschaften eingeritzt haben – als Zeugnis ihrer Ideale und ihrer Geschichte oder einfach, um in den Kulissen, die ihr Leben prägten, eine Spur ihrer Anwesenheit zu hinterlassen.

In den Jahren nach der Ausrufung der italienischen Einheit bildeten sich auf der Majella zahlreiche Brigantenbanden. Um dieses Phänomen einzudämmen, errichteten die Piemontesen hier 1866 einen befestigten Vorposten, das sogenannte Blockhaus. In der Nähe dieses Forts lagen die erwähnten Steinplatten, auf die die Briganten – oft nachts und um die piemontesischen Soldaten zu verhöhnen – antiunitarische Botschaften ritzten.

Eine der bekanntesten Inschriften lautet:
„Lest mein Andenken, liebe Leser. Im Jahr 1820 wurde Vittorio Emanuele, König von Italien, geboren. Früher war das 60 das Reich der Blumen, jetzt ist es das Reich der Armut. Später kamen auch die Inschriften der Hirten hinzu, die ihre Herden ins Hochgebirge trieben.“

Neben der spannenden Geschichte und dem großen historischen Wert dieses Zeugnisses ist auch die seltene Schönheit der Orte und Wege hervorzuheben, die zur Tavola dei Briganti führen. Die Route ist leicht und auch für weniger Geübte geeignet: Sie ermöglicht es, auf dem Gebirgskamm zu wandern und die Majella sowie die weiten Täler an ihren Flanken in ihrer ganzen Kraft und Schönheit zu bewundern – in einer Landschaft von außergewöhnlichem naturkundlichem Wert.

Ein Tag also, an dem man die frische, saubere Bergluft einatmet, seltene Naturwunder bestaunt und entfernte, faszinierende Zeugnisse entdeckt, die Teil der Geschichte der Region und unseres Landes sind. Geschichte, Natur und Kultur – wieder einmal… in den Abruzzen.

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