Schildkröten in Roseto degli Abruzzi

Roseto degli Abruzzi, 14. September 2013. Es scheint ein ganz normaler Spätsommertag zu sein, doch etwas erregt die Aufmerksamkeit von Frau Giulia: Unglaublich – aus dem Sand schaut ein kleines Schildkrötchen hervor. Es handelt sich, wie sie später erfährt, um ein Exemplar der Caretta caretta, einer seltenen und vom Aussterben bedrohten Art, und mitten am Strand befindet sich ein Schildkrötennest. Etwas einfach Unglaubliches und Wunderschönes. Noch nie zuvor war eine Eiablage so weit im Norden registriert worden – noch dazu in einem stark vom Menschen genutzten Gebiet.

Das Erstaunliche ist, dass die Eier den ganzen Sommer über im Sand gelegen haben, während rundherum der Trubel der Ferien herrschte. Wer weiß, wie oft sie fast von einem Sonnenschirmständer zerdrückt worden wären, der in den Sand gerammt wird. Und doch sind sie jetzt da – und das wirkt tatsächlich wie ein kleines Wunder.

Das „früh geschlüpfte“ Schildkrötchen, das nach seiner Retterin Giulia genannt wurde, wird im Centro Studi Cetacei in Montesilvano aufgenommen, während man auf das Schlüpfen der übrigen Eier wartet. Rund um das Nest, das abgesperrt und geschützt wurde, versammeln sich Forscher und Freiwillige, die den Ort rund um die Uhr bewachen. Gleichzeitig herrscht ein ständiges Kommen und Gehen von Bürgern, die in gespannter Erwartung mitfiebern. Innerhalb weniger Tage schlüpfen die ersten 20 Schildkröten, die unter Beobachtung bleiben und kontinuierlich betreut werden.

Am 21. September wird die kleine Giulia in Anwesenheit von Behörden und Wissenschaftlern ins Meer entlassen – vor allem aber unter den gerührten Blicken von Frau Giulia, die ihr Schützling verabschiedet, während er dem offenen Meer entgegenkrabbelt.

In den folgenden Tagen schlüpfen weitere Eier, und neue Schildkröten erscheinen am Strand von Roseto. Sie schenken einen der faszinierendsten und emotionalsten Anblicke der Natur, wenn sie sich auf ihren Weg ins Meer machen.

Scopri le migliori Strutture